Heimat- und Ortsmuseum Wiedikon

Friesenberg

Quelle: Quartierspiegel der Stadt Zürich

Das Quartier Friesenberg grenzt im Süden von der Höcklerbrücke über die Sihl bis an die Falletsche an Leimbach. Auf dem Uetliberg bildet der Grat ungefahr der Gratstrasse entlang die Grenze zu Stallikon. Die ehemalige Annaburg, die Häuser beim Uto Staffel sowie der Fernsehturm stehen auf Stadtzürcher Boden, während das Utokulm mit Hotel und Aussichtsturm sowie die Bergstation der Uetlibergbahn zur Gemeinde Stallikon gehören. Unterhalb dieser Station bis zur ersten gros sen Kurve der Uetlibergbahn sind die Uitiker die Nachbarn. Von dort aus geht eine gerade Grenzlinie zum Hohenstein und dann weiter an den Döltschibach hinunter. Sie folgt weiter dem Hohensteinweg bis zum Triemli. Von dort folgt sie der Birmensdorferstrasse bis zur Strasse Wasserschöpfi, die zugleich die Grenze zum Quartier Sihlfeld bildet. Zu Alt-Wiedikon, dem dritten Quartier von Wiedikon, verläuft die Grenze der Strasse Wasserschöpfi entlang bis zur Station Friesenberg der Uetlibergbahn, entlang des Agnes Robmann-Weges und den Geleisen der Uetlibergbahn bis zum Borrweg, oberhalb der Halde zur Binz bis zum Hegianwandweg, ein kurzes Stück der Uetlibergstrasse aufwärts, zwischen dem Strassenverkehrsamt und der Credit Suisse Brunau, dem Albisgüetliweg entlang bis hinunter auf die Allmend Brunau und von dort an den Militärsteg zur Gfellstrasse in Wollishofen. Die Grenze zu Wollishofen bildet die Sihl zwischen dieser Brücke und der Höcklerbrücke.

In kaum einem Ouartier in der Stadt Zürich lassen sich die geologischen Gegebenheiten so klar aus jeder Karte ablesen wie im Friesenberg. Der Hügelzug des Albis besteht weitgehend aus Nagelfluh. Er ist von einem Wald bewachsen, der etwa die Hälfte der Fläche des Quartiers Friesenberg bedeckt. Vom Hügel ist Erosionsmasse abgebröckelt und hat einen Schuttkegel gebildet, dessen Ausläufer bis zum Bühlhügel und der Schmiede Wiedikon reichen. Auf dem unteren Teil des Kegels haben sich Lehmschichten abgelagert, die an gewissen Stellen meterdick sind. Die Waldgrenze entspricht ungefähr der geologischen Grenze zwischen der Nagelfluh am Uetliberg und dem flacheren Schuttkegel am Albis. Die Grenze zwischen dem unteren, durch Lehm bedeckten und dem oberen, nicht durch Lehm bedeckten Teil des Schuttkegels entspricht ungefahr der Quartiergrenze zwischen dem Friesenberg und Alt-Wiedikon.Dieser Schuttkegel bildet besonders im oberen Teil keinen sehr stabilen Untergrund. Deswegen ist im Friesenberg - im Gegensatz zu Albisrieden - nur der untere Teil des Quartiers systematisch überbaut. An der Oberkante des Schuttfächers und damit direkt am Waldrand liegen die drei Uetliberghöfe. Am weitesten nördlich befindet sich der ehemalige Döltschihof. Der ursprüngliche Bauernhof brannte 1843 ab, wurde aber etwas weiter unten wieder aufgebaut. Hier wurde auch der Gasthof Döltschi betrieben, der 1969 dem Neubau des Luxushotels Atlantis weichen musste. Dieses moderne Fünf-Sterne-Hotel wurde im Jahre 2000 von der Richmond Hotels Holding Luxemburg erworben und soll 2006 nach einer eineinhalbjährigen Renovation in neuem Glanz wieder eröffnet werden.

Zwischen der Uetlibergbahn und derTramendstation Triemli eröffnete die Stadt Zürich im Jahre 1970 das Stadtspital Triemli. Die anfängliche Aufregung darüber, ob der Standort für ein 70 Meter hohes Hochhaus am Uetliberghang der richtige sei, hat sich inzwischen gelegt. Nun plant die Stadt dort für 700 Millio­nen Franken ein neues Bettenhaus zu errichten und das Hochhaus und die Personalhäuser zu sanieren. Falls das Stimmvolk dem Kreditbegehren zustimmt und alles rund läuft, wird die Eröffnung im Jahre 2017 sein. In die entgegengesetzte Richtung führt der Panoramaweg von der Uetlibergbahn zur Uetlibergstrasse an Schrebergärten entlang. Oberhalb des Panoramaweges zwischen dem Döltschi und dem Weiler Friesenberg befindet sich der jüdische Friedhof Friesenberg der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich ICZ. Er kam auch auf Grund von Vandalenakten in die Schlagzeilen. Ernster war jedoch der kaum verdeckte antisemitische Angriff, den die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger 1988 abwehren mussten, als ein Komitee mit einer Volksabstimmung den Ausbau des Friedhofs zu verhindern suchte.

Der Weiler Friesenberg besteht aus einer Gruppe von Häusern, deren ältestes Hauptgebäude an der Friesenbergstrasse 374 bis 380 teilweise bis ins 14./15. Jahrhundert zurückgeht und das seit 1974 unter Denkmalschutz steht. Der Hof gehörte im Mittelalter zur Friesenburg, deren Ruine sich über dem Weiler auf dem Grat vom Uetliberg zur Goldbrunnenegg befindet. Oberhalb des Panoramaweges geht es die Bachtobelstrasse bergaufwärts zum letzten der drei Uetliberghöfe, zum Kolbenhof. Richtung Schützenhaus Albisgütli gesellen sich nun zu den Schrebergärten auch Tennisplätze. Auf Grund einer Volksabstimmung im Jahre 1896 kaufte die Stadt ein erstes Mal 22 Hektaren Land im Friesenberg, da die Gemeinde für die Erstellung von billigen Wohnungen mit Gärten sorgen müsse. Weitere Landerwerbe und die Erschliessung des Quartiers durch die Schweighofstrasse folgten. Es dauerte aber fast 30 Jahre, bis tatsächlich Wohnungen gebaut wurden. In der Zwischenzeit veranstaltete die Stadt Zürich in den Jahren 1915 bis 1918 einen internationalen Wett­bewerb für einen Bebauungsplan der Stadt Zürich und ihrer Vororte. Angestrebt wurde eine Gartenstadt mit strikter Trennung von Wohn- und Gewerbezonen. Federführend bei der Überbauung des Friesenberges war die Familienheimgenossenschaft Zürich FGZ, weIche über die Hälfte der Wohnungen im Friesenberg erstellt hat. Seit 1925 folgte eine Bauetappe der anderen. Aktuell hat sie gerade die 24. Etappe beendet. Die FGZ hat mit diesem beeindruckenden Bauprogramm die Planungsvorgaben des internationalen Wettbewerbes für einen Bebauungsplan von Zürich und ihrerVororte umgesetzt: Das Friesenberg-Quartier ist ein reines Wohnquartier geworden. Es fehlen jegliche Gewerbezonen, jedoch existieren viele Grünflächen, die als Schrebergärten, Friedhöfe, Spiel- und Sportplätze dienen. Auch die Natur wurde geschont, indem die Wälder nicht angetastet und der Friesenberg- und der Kolbenhofbach freigehalten wurden und nun der Öffentlichkeit zugänglich sind.

Jenseits der Uetlibergstrasse liegt der Schiessplatz Albisgüetli. Er wird seit 1898 von der Schützengesellschaft der Stadt Zürich betrieben, die auch das jährliche Knabenschiessen organisiert, an dem seit einiger Zeit auch Mädchen zugelassen sind. Und gleich darunter befindet sich seit 1973 das kantonale Strassenverkehrsamt. Das Ouartier endet im Südosten an der Allmend Brunau. Dort, auf der Grenze zu Leimbach, wird im Moment der Uetlibergtunnel fertig gestellt, mit dessen Eröffnung im Jahre 2008 gerechnet wird. Wie sich der Betrieb des Tunnels auf die Stadt Zürich auswirken wird, ist noch offen. Zwar haben Stadt und Kanton fleissig flankierende Massnahmen geplant und vorbereitet, aber in der Brunau wird man wohl um negative Auswirkungen als Folge einer Zunahme des Strassenverkehrs nicht herumkommen.